
Es ist ein kalter Wintertag im Januar. Ich schlendere durch die Straßen einer mir unbekannten Stadt, als plötzlich Vogelgezwitscher an mein Ohr dringt. Ich merke, wie überrascht ich bin, dieses Geräusch hier zu hören und gleichzeitig spüre ich, wie sehr es mich entspannt. Es bringt mir die Natur zwischen all dem Grau und Asphalt wieder näher. Auf einmal nehme ich auch diese ganz bestimmte Stille wahr, die an einem so belebten Ort nur an einem Sonntag zu vernehmen ist. Ich spüre, dass ich lächle während ich zurück zum Bahnhof laufe.
An einem sonnigen Nachmittag spaziere ich durch die Wälder und fühle mich lebendig, während ich die kühle Winterluft einatme und in den strahlend blauen Himmel über mir blicke.
Ich sitze mit lieben Menschen zusammen, unterhalte mich und lache herzhaft. Ich freue mich, einfach nur Teil des Lebens zu sein.
Das sind ein paar Augenblicke aus meinen vergangenen letzten Wochen. Für manch einen mag das unbedeutend sein, was ich da beschreibe, aber für mich sind diese kleinen Momente mittlerweile etwas ganz Besonderes geworden. Zwischen all den Höhen und Tiefen der letzten Monate sind diese Momente wie Ankerpunkte für mich, an denen ich kurz innehalten kann. Sie bringen mich wieder ins Gleichgewicht, zurück ins Hier und Jetzt und lassen mich ganz präsent sein. Ich spüre dann diesen inneren Frieden in mir und eine tiefe Verbundenheit. „Eigentlich ist doch alles okay“, denke ich. Die Probleme sind immer noch da, aber sie fühlen sich in diesen Momenten nicht mehr so schwer an. Es sind dann auch keine Probleme mehr, sondern einfach nur Lebensumstände. Mein Verstand will das immer nur anders sehen.
Das Leben hat mir schon einige dieser schönen Momente geschenkt und ich bin dafür unendlich dankbar. Denn ich kenne eben auch die anderen Momente, in denen ich mich haltlos fühle, Ängste und Traurigkeit da sind und so viele Gedanken durch meinen Kopf schwirren, dass mir ganz schwindelig wird und ich nachts nicht schlafen kann.
Durch all diese Erfahrungen ist mir etwas bewusst geworden, worüber ich schon oft gelesen oder von anderen gehört habe. Es ist nichts Neues, aber ich selbst habe es für mich erst jetzt so richtig verinnerlicht und verstanden.
Ich kann heute an diesem Tag schon zufrieden sein und Glück empfinden – und nicht erst, wenn ich dies oder jenes erreicht oder all meine Probleme bewältigt habe.
Natürlich ist es entspannend, eine Perspektive zu haben. Es kann sehr gut tun, an einem schönen Ort zu wohnen oder liebe Menschen in seinem Leben zu haben. Ich denke, letzteres brauchen wir alle, damit es uns gut geht. Was ich meine ist, dass mein Glück nicht von äußeren Umständen abhängt. Jeder ist seines Glückes Schmied, heißt es so schön. Das heißt, ich kann hier und heute dafür sorgen, dass ich zufrieden bin und es mir gut geht.
Ich denke es geht darum, wie wir mit den äußeren Umständen umgehen und wie wir sie betrachten. Ich bin vielleicht noch nicht da, wo ich gern wäre, aber ich bin auf dem Weg und auf diesem gibt es so viel Schönes zu entdecken. Ich muss nur meine Augen dafür öffnen und genau hinsehen.
Ich stehe am Bahnhof und fühle diesen inneren Frieden in mir.
Ein Gefühl des Getragenseins durchströmt mich.
Wie ein Vogel blicke ich auf mein bisheriges Leben zurück und mir wird klar, dass alles genau so kommen musste.
Sonst wäre ich jetzt nicht die, die ich heute bin,
und stünde jetzt nicht hier,
mit diesem Gefühl des Friedens in mir
und wüsste es nicht so sehr zu schätzen!
Und wenn man doch mal zweifelt, sollte man sich lediglich an all die Momente erinnern, die man bereits gemeistert hat. An all die Ankerpunkte, die man bereits durchlebt hat.
Wunderbar inspirierend 🙂
Oh ja, das stimmt! Danke dir für deine Worte! 🙂
In einigen Achsamkeitsseminaren habe ich viel über Bewertungen meiner Gedanken und Gefühlen mit mir und meiner Umwelt kennengelernt. Jedoch ist es egal ob ich achtsame Meditation betreibe oder versuche Gedanken und Gefühle zu steuern. Es geht einzig und allein darum, die Dinge so zu nehmen und zu akzeptieren wie sie sind. Sie nicht verändern zu müssen und sie nicht kontrollieren zu können. Sondern sie einfach anzunehmen.
„Es ist wie es ist“
Je öfter ich dieses Mantra wiederhole, desto tiefer wird ihr Sinn.
Die Lösung kann doch einfacher sein als man denkt.
Oh ja, ich nehme das auch bei mir so wahr, dass sich jedes Mal etwas in mir entspannt, wenn ich das, was gerade da ist, einfach annehme und da sein lasse. Mir hilft es dann auch zu sagen „Das darf gerade da sein“. Danke für deinen Beitrag!