
Vor ein paar Tagen kam mir ein Impuls für einen neuen Beitrag. Er kam mit einer sehr großen Dringlichkeit. Ich spürte, dass das für mich eine sehr wichtige Botschaft ist, die ganz viel in mir auslöste. Diese Botschaft möchte ich auch hier auf meinem Blog teilen, weil ich glaube, dass sie auch für andere wichtig sein kann. Du kannst ja mal schauen, was sie mit dir macht. Die wichtigste Botschaft, die es meines Empfindens nach gibt, lautet:
Ich bin gut genug, so wie ich bin.
Ich muss in diesem Leben nichts erreichen.
Ich muss nichts erfüllen oder leisten.
Ich darf einfach nur da sein.
Diese Worte habe ich in einer etwas anderen Form das erste Mal von der schwedischen Künstlerin und Filmemacherin Jonna Jinton gehört. Sie war gerade in ihrem Atelier, als sie diese Worte ganz offen und authentisch in die Kamera sprach. In mir lösten sie Einiges aus. Sie berührten mich und ich merkte, dass etwas in mir aufging.
Ich denke, dass viele Menschen tief davon überzeugt sind, nicht gut genug zu sein. Deswegen tun wir allerlei Dinge, von denen wir denken, dass man sie von uns erwartet, um geliebt zu werden und endlich das Gefühl zu haben, gut genug zu sein. Oft sind das Dinge, die uns vielleicht eher schaden oder die Art und Weise wie wir sie tun, uns nicht gut tut.
Es geht und ging aber nie darum, etwas oder jemand zu werden. Du bist ja schon jemand und so wie du bist, mit dem was gerade da ist, bist du gut genug.
Ich betone das deswegen so oft, weil ich denke, dass diese Botschaft so wichtig ist und wir sie nicht oft genug hören können. Glaubenssätze können manchmal so tief in uns verankert sein, dass es lange Zeit braucht, um sich von ihnen zu lösen.
Verstehe mich bitte nicht falsch. Natürlich darfst du noch Ziele verfolgen und dir etwas in deinem Leben vornehmen. Deine Leidenschaft auszuleben und sie auszudrücken ist etwas ganz Wunderbares und Erfüllendes. Der Unterschied ist aber, dass du diese „Leistung“ aus Freude machst.
„Jeder Mensch möchte etwas leisten, er will etwas tun, er will nützlich sein. Aber die Leistung muss aus dem Inneren kommen, du musst dich damit identifizieren können. Leistung ist schön aus Freude an der Leistung, [wenn du sie mit Hingabe machst und dabei ganz im Hier und Jetzt bist.] Wenn du aber dafür materiellen Besitz einhandelst und dich zur Leistung zwingst, dann verliert die Leistung an Spontaneität, Schönheit und seelischer Erfüllung.“
– Peter Lauster
Die Ergänzung in eckigen Klammern stammt von mir.
Ich beobachte meine Mutter zum Beispiel dabei, wie sie Blumenzwiebeln in die Erde steckt oder ihre Rosen schneidet. Sie macht das mit so viel Liebe und Hingabe und wenn sie am Ende des Tages nach drinnen geht, strahlen ihre Augen und sie ist so zufrieden mit ihrem Tagewerk. Genauso kann ich mit ganz viel Liebe und Hingabe ein Brot backen, Gitarre spielen, singen, malen, tanzen oder was auch immer tun.
Du tust diese Dinge nicht, um etwas Bestimmtes zu erreichen oder um einen Zweck zu erfüllen. Der einzige Zweck ist der, dass sie dir Freude bereiten und deiner Seele gut tun.
Damals haben wir allerlei Dinge getan, wie in die Schule zu gehen, um einen Abschluss zu bekommen. Das war oft mit Anstrengung verbunden, weil es einem Zweck diente, der in der Zukunft lag. Deswegen hat der Weg auch oft keinen Spaß gemacht.
Ich habe für mich begriffen, dass es aber immer nur um den Weg geht und eben nicht um das Ziel. Auf diesem Weg zählt vor allem auch die „company“, die dir begegnet. Die Menschen, die dir etwas beibringen oder durch die du wachsen kannst oder eine bestimmte Erfahrung machst. Zeit mit ihnen zu verbringen, dich mit ihnen auszutauschen, gemeinsam zu lachen oder zu weinen, herumzualbern und dich einfach nur zu freuen, dass du am Leben bist und hier auf der Erde Erfahrungen sammeln darfst. Darum geht es! Auch wenn diese Erfahrungen manchmal sehr schmerzhaft und äußerst unangenehm sind – auch dafür sind wir hier.
Als mir das bewusst wurde, veränderte sich meine Sichtweise auf die Dinge und auf die Welt. Ich versuche mir keine Ziele mehr zu setzen, sondern verfolge Absichten. Ich lebe zum Beispiel mit der Absicht präsent zu sein, gut für mich zu sorgen und möglichst viel Freude und Spaß im Leben zu haben. Ich verfolge auch die Absicht, mir und meinen Mitmenschen mit Liebe und Mitgefühl zu begegnen und diese Absicht, die auch immer eine Entscheidung erfordert, treffe ich jeden Tag aufs Neue. Oft falle ich dabei noch hin und es gelingt mir noch nicht so gut, mir selbst freundlich zu begegnen. Aber dann nehme ich auch das einfach an, dass es gerade nicht geht und merke, dass mich das schon wieder etwas mehr entspannt.
Wenn ich diese Absicht verfolge, spüre ich, dass ich mit wesentlich mehr Leichtigkeit durch meinen Alltag gehe – und jeden Tag aufs Neue lerne, was mich zufrieden macht. Das sind oft nicht die großen Dinge. Auch wenn ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen ist, merke ich, dass ich mich zwar freue, aber auch ein gewisses Gefühl der Leere eintritt. Mein Wunsch ist erfüllt, aber was ist jetzt? Was mich wirklich zufrieden macht sind die kleinen Dinge, die ganz viel Platz in meinem Herzen einnehmen:
- Ein Gespräch mit einem lieben Menschen, mit dem ich mich tief verbunden fühle.
- In der Natur sein und wahrnehmen was gerade um mich herum ist. Den Wind auf der Haut spüren. Die Vogelstimmen hören. Eine Blume betrachten. Die Weite fühlen.
- Mich darüber zu freuen, dass ich mich gerade freue.
- …
Jonna Jinton sagt in ihrem Video noch etwas sehr Schönes: Wenn du das tust, einfach nur da zu sein, präsent zu sein, dann kommen dir Impulse und du erschaffst etwas mit deinem Herzen, dass du in die Welt bringst.
Es braucht dazu vielleicht auch ein gewisses Maß an Vertrauen und Loslassen, ein Sich-Treiben-Lassen. Das Vertrauen, dass die richtigen Impulse kommen, wenn du bereit bist, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Und du bist immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das darf dich jetzt ruhig etwas verwirren ;-). So habe ich auch den Impuls für diesen Beitrag bekommen. Wenn du dich einfach mal treiben lässt und mit nicht immer verkrampft alles planen und kontrollieren willst, dann werden auf einmal Möglichkeiten angespült, mit denen du nie gerechnet hast.
Jeder ist ein Künstler. Das hat mal Joseph Boys gesagt. Einem wirklich wahren Künstler geht es nicht um das Ergebnis oder das fertige Kunstwerk oder darum Geld damit zu verdienen. Letzteres ist natürlich schön, weil sie die Freude verstärkt und dir auch vielleicht die Bestätigung dafür gibt, auf dem „richtigen“ Weg zu sein. Aber letztendlich ist alles, was du mit dem Herzen und mit Hingabe tust, für andere Menschen automatisch fruchtbar und stößt auf Resonanz. Es erreicht die richtigen Herzen. Darauf darfst du vertrauen.
Einem wirklich wahren Künstler geht es um die Präsenz, die Freude, die Hingabe an etwas, das er tut oder erschafft. Das Gefühl der Gegenwärtigkeit zu spüren. Ein wirklich wahrer Künstler geht vollkommen in der Tätigkeit auf, nimmt die Zeit nicht mehr wahr, die Zeit ist plötzlich gar nicht mehr wichtig. Es geht einzig und allein um den Prozess und nicht um das Ergebnis.
„Leistung ist schön aus Freude an der Leistung“, nicht wenn sie nur dazu dient, einen Zweck oder ein Ziel zu erfüllen.
Was ich dir zum Schluss mitgeben möchte: Verfolge ruhig weiterhin Ziele in deinem Leben. Das ist auch gut! Es gibt dir einen Grund morgens aufzustehen. Prüfe aber weise, warum du diese Ziele verfolgst. Hast du Freude während du diese oder jene Tätigkeit ausübst? Oder spürst du Anspannung, Druck eine Enge im Körper? Willst du mit dem Verfolgen deiner Ziele etwas Bestimmtes bezwecken oder erreichen, das in der Zukunft liegt?
Ich wünsche dir Mut, deinem Herzen zu folgen.
Ich wünsche dir Erkenntnis und Klarheit darüber, worum es im Leben wirklich geht und was dir wirklich wichtig ist.
Und ich wünsche dir Menschen, die dich auf diesem Weg begleiten und unterstützen.
In diesem Sinne…
Alles Liebe zu dir
Marie-Kathrin
Sehr schön geschrieben, würde daran nix groß ändern (falls du das überhaupt in Erwägung gezogen hast…).
Vielleicht noch ne Zeile wie „sich selber ein bester Freund sein“ hinzufügen.
Auf jeden Fall ist das eine wichtige Botschaft die ein Jeder gelesen haben sollte 🙂
Oh ja, sich selbst sein bester Freund/ seine beste Freundin sein ist auch eine schöne Lebensaufgabe! Danke dir für dein Feedback! 🙂